Private Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung bietet dem Versicherten ein großes Plus an Leistungen, die er in der gesetzlichen Krankenkasse so nicht findet oder nur durch Zusatzversicherungen erhält. Versicherungsgesellschaften bieten die private Versicherung gegen Krankheit an.

Lange Wartezeiten und unfreundliche Ärzte, Medikamentenzuzahlungen oder wenig persönliche Betreuung gehören mit einer privaten Krankenversicherung der Vergangenheit an. Diese Vorzüge bewegen viele Menschen, sich für diese Art der Versicherung zu entscheiden.

Merkmale der privaten Krankenversicherung
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen für ihre Versicherten die medizinische Grundversorgung, die in erster Linie aus Arztbehandlungen, der Kostenübernahme für notwendige Heilmittel oder Rehabilitationsmaßnahmen besteht. Für den Versicherten fallen hier in der Regel Zuzahlungen an, z.B. bei Medikamenten, für physiotherapeutische Behandlungen und bei Zahnersatz. Einige Leistungen, wie die Behandlung bei einem Heilpraktiker oder die Kosten für eine Sehhilfe, werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht getragen. Auch der Umgang mit den Patienten durch den Arzt wird bei den Kassenpatienten oft bemängelt. Zu lange Wartezeiten, wenig persönliche Zuwendung und schnelle Abfertigung sind an der Tagesordnung. Die private Krankenversicherung bietet hingegen ein umfangreich geschnürtes Gesamtpaket, bei denen sich Zuzahlungen und Eigenanteile reduzieren oder komplett wegfallen und auch die Behandlung des Patienten gestaltet sich weitaus komfortabler.

Die Voraussetzungen, um die private Krankenversicherung in Anspruch zu nehmen
Die private Krankenversicherung orientiert sich zur Beitragsermittlung hauptsächlich an Alter und Gesundheitszustand des Versicherten. Die Höhe des Einkommens wird bei den Tarifen zwar auch berücksichtigt, darauf liegt aber nicht das Hauptaugenmerk. Das Einkommen spielt lediglich bei Arbeitnehmern und Angestellten, die von der gesetzlichen in die private Versicherung wechseln möchten, eine ausschlaggebende Rolle. Erst wenn bei ihnen die so genannte Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten wird, können sie in die private Versicherung eintreten. Diese kann sich von Jahr zu Jahr ändern und liegt für 2012 bei 50.850 Euro brutto. Fällt das Einkommen allerdings im Laufe des Versicherungszeitraumes wieder unter die Grenze, dann werden Arbeitnehmer und Angestellte wieder in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig. Für Selbstständige, Beamte und Studenten ist die private Versicherung nicht an die Einkommenshöhe gebunden.

Private Krankenversicherung oder gesetzliche Krankenversicherung

Die Personengruppen, denen die Wahl zwischen den beiden Modellen geboten ist, können aus einer Vielzahl von Anbietern und Tarifen der privaten Krankenversicherung wählen. Doch die Leistungen sind genau zu vergleichen, das Kleingedruckte darf auch hier nicht im Vertrag übersehen werden. Ein Tarifvergleich bringt mehr Licht ins Dunkel. Für Familien mit Kindern bietet die gesetzliche Krankenversicherung bessere Optionen, da sich ein vergleichbarer Tarif bei privaten Versicherungen nicht findet. Mit Krankenzusatzversicherungen können die gesetzlich Versicherten weitere Vorteile erlangen. Selbstständige haben ebenfalls die Wahl. Jedoch ist hier zu bedenken, dass bei der Entscheidung für die gesetzliche Krankenkasse eine Bindungsfrist von drei Jahren besteht. Erst nach Ablauf dieses Zeitraums und mit Einhaltung der Kündigungsfrist kann in die private Krankenversicherung gewechselt werden.