Stiftung Warentest: Bis zu 660 Euro Ersparnis bei Krankenkassenwechsel

Die gesetzliche Krankenkasse ist für viele eine reine Gewohnheit.

Einmal eingetragen, jahrzehntelang dabei – ohne je nachzurechnen. Genau das kostet bares Geld.

Eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt: Wer wechselt, spart je nach Einkommen mehrere Hundert Euro pro Jahr. Bei Gutverdienern sind es bis zu 660 Euro.

Worin sich die Kassen unterscheiden

Der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent ist gesetzlich festgelegt und bei allen Kassen identisch. Der Unterschied liegt im Zusatzbeitrag, den jede Kasse selbst bestimmt. Genau hier entsteht die Spanne.

Stiftung Warentest hat 67 gesetzliche Krankenkassen verglichen, in denen rund 97 Prozent aller Versicherten Mitglied sind. Das Ergebnis: Die Gesamtbeitragssätze liegen zwischen 16,78 und etwa 19,00 Prozent. Auf den ersten Blick klingen zwei Prozentpunkte wenig – auf das Jahr gerechnet ist es viel.

Was ein Wechsel konkret bringt

Die Rechnung der Stiftung Warentest:

  • Bei 3.000 Euro Bruttoeinkommen trennen die günstigste und die teuerste bundesweit geöffnete Kasse rund 400 Euro pro Jahr.
  • Gutverdiener sparen durch denselben Wechsel bis zu 660 Euro jährlich.
  • Selbstständige profitieren doppelt: Sie tragen den Beitrag allein und sparen entsprechend mehr.

Günstiger heißt nicht schlechter

Der häufigste Einwand: Wer billig wählt, verzichtet auf Leistungen. Die Untersuchung widerlegt das. Mehrere der preiswerten Kassen bieten ein gleich breites oder sogar breiteres Zusatzangebot als teurere Wettbewerber.

Trotz laufender Gesundheitsreform haben die Kassen ihre freiwilligen Satzungsleistungen bislang nicht gekürzt – teils sogar ausgebaut. Dazu zählen unter anderem Zuschüsse für:

  • professionelle Zahnreinigung
  • Osteopathie
  • Gesundheitskurse
  • sportmedizinische Untersuchungen
  • alternative Arzneimittel
  • Reiseimpfungen

Wer wechseln will, sollte die Zusatzleistungen also mit vergleichen – nicht nur den Beitragssatz.

So einfach ist der Wechsel

Der Aufwand ist überschaubar:

  • Nach mindestens zwölf Monaten Mitgliedschaft lässt sich jede Kasse kündigen.
  • Erhöht die Kasse ihren Zusatzbeitrag, gilt ein Sonderkündigungsrecht – Frist: zwei Monate zum Monatsende.
  • Die Anmeldung übernimmt die neue Kasse in der Regel selbst. Eigene Behördengänge entfallen.

Eine Ausnahme: Wer laufende Leistungen wie Psychotherapie oder Pflegeleistungen bezieht, sollte sich vor dem Wechsel eine schriftliche Zusicherung der neuen Kasse einholen oder die alte Kasse zunächst behalten.

Welche Kasse aktuell am günstigsten ist, verschiebt sich von Jahr zu Jahr – und einige der preiswertesten Anbieter sind 2026 nur noch regional geöffnet. Ein aktueller Krankenkassenrechner zeigt für das eigene Einkommen und Bundesland, was ein Wechsel konkret bringt.

Und dann?

Angenommen, der Wechsel bringt 340 Euro im Jahr. Dieses Geld verschwindet bei den meisten unbemerkt auf dem Girokonto – und damit in der Inflation. Dort verliert es Monat für Monat an Wert.

Sinnvoller: die gesparte Summe auf ein Tagesgeldkonto umleiten. Das Geld bleibt täglich verfügbar, ist gesetzlich abgesichert und wirft – anders als auf dem Girokonto – Zinsen ab. Aus einer einmaligen Beitragsersparnis wird so ein kleiner, wachsender Puffer, ohne dass man etwas dafür tun muss.

Ein Wechsel kostet eine halbe Stunde. Die Ersparnis bleibt jedes Jahr.

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