Kreditkarte für Arbeitslose und Bürgergeld-Empfänger

Welche Karte du ohne Gehalt bekommst, welche ich empfehle und was beim Bürgergeld gilt.

von Sten21.10.20267 Min. Lesezeit

Mit dem Job fällt im Antrag auch das Gehalt weg. Für viele Banken ist das der Grund, eine Kreditkarte abzulehnen. Das gilt beim Arbeitslosengeld genauso wie beim Bürgergeld, das seit dem 1. Juli 2026 Grundsicherungsgeld heißt.

Eine Karte, mit der du online, an der Kasse und im Ausland zahlst, bekommst du trotzdem. Entscheidend ist die Kartenart. Und beim Jobcenter gibt es ein paar Regeln, die du kennen solltest.

⚡ Auf einen Blick

  • Als Arbeitsloser bekommst du selten eine echte Kreditkarte mit Kreditrahmen. Eine Debitkarte zum eigenen kostenlosen Konto bekommst du aber fast immer.
  • Ich empfehle dafür die Trade Republic Karte. Trade Republic fragt bei der Eröffnung nicht bei der Schufa an. Die Karte kostet keine Jahresgebühr, und es gibt keinen Mindestgeldeingang.
  • Eine Kreditkarte ist beim Bürgergeld erlaubt. Gib das Konto aber im Antrag beim Jobcenter an.

Bekommt man als Arbeitsloser eine Kreditkarte?

Eine echte Kreditkarte ist ein kleiner Kredit. Du zahlst, und die Bank legt das Geld bis zur Abrechnung aus. Deshalb prüft sie, ob du die Rechnung jeden Monat bezahlen kannst. Ohne Gehalt sagt sie meist nein.

Beim Arbeitslosengeld I sieht es etwas besser aus. Es ist ein Einkommen, aber niedriger als dein altes Gehalt und zeitlich begrenzt. Manche Banken genehmigen dann eine Karte mit kleinem Kreditrahmen, viele lehnen trotzdem ab. Beim Bürgergeld sind die Chancen auf eine echte Kreditkarte gering.

Diese drei Wege klappen ohne Gehalt:

  • Debitkarte zum eigenen Konto: Jede Zahlung wird direkt von deinem Konto abgebucht. Die Bank leiht dir nichts und braucht deshalb keinen Gehaltsnachweis.
  • Prepaid-Kreditkarte: Du lädst erst Geld auf die Karte und zahlst dann damit. Das geht meist ohne Schufa, kostet aber oft Gebühren.
  • Partnerkarte: Dein Partner oder deine Partnerin hat eine Kreditkarte und bestellt eine zweite Karte auf deinen Namen.

Meine Empfehlung: Konto mit Debitkarte

Am günstigsten fährst du mit einem kostenlosen Girokonto mit Debitkarte. Darauf kann auch dein Arbeitslosengeld oder Bürgergeld eingehen. Die Karte sieht aus wie eine Kreditkarte und funktioniert online, mit Apple Pay und Google Pay und im Ausland genauso. Schulden machen kannst du damit nicht, denn du gibst nur aus, was auf dem Konto ist.

Bei Trade Republic bekommst du eine Visa Debit zum Konto. Trade Republic fragt bei der Eröffnung nicht bei der Schufa an. Das hilft auch, wenn du einen negativen Schufa-Eintrag hast. Die Karte kostet keine Jahresgebühr, und es gibt keinen Mindestgeldeingang. Die Alternative ist das C24 Girokonto mit Mastercard Debit. Es kostet ebenfalls nichts, C24 fragt bei der Eröffnung aber bei der Schufa nach.

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Hinweis: Beide Karten sind Debitkarten ohne Kreditrahmen. Diese Auswahl ist keine vollständige Marktübersicht. Die Reihenfolge entspricht meiner persönlichen Einschätzung.

Mehr zu den beiden Angeboten liest du bei der Trade Republic Visa Karte und beim C24 Girokonto.

Wenn keine Bank ein Konto eröffnet: das Basiskonto

Jeder, der sich rechtmäßig in der EU aufhält, hat ein Recht auf ein Basiskonto. Das steht im Zahlungskontengesetz. Die Bank darf dich nicht wegen fehlenden Einkommens oder eines Schufa-Eintrags ablehnen. Zum Basiskonto gehört auch eine Karte, mit der du bezahlen und Geld abheben kannst. Billig ist es aber nicht immer: Die Bank darf ein angemessenes Entgelt verlangen. Mehr dazu steht beim Guthabenkonto.

Prepaid Kreditkarte bietet die gleichen Vorzüge

Eine Prepaid-Kreditkarte funktioniert wie eine Prepaid-Karte fürs Handy. Du lädst Guthaben auf, und nur dieses Geld kannst du ausgeben. Beim Bezahlen merkt das niemand. Die Karte trägt das Logo von Visa oder Mastercard und wird online und im Ausland angenommen.

Ein Vorteil gilt für alle, nicht nur für Arbeitslose: Ist kein Geld auf der Karte, können Betrüger mit gestohlenen Kartendaten nichts anfangen. Manche nutzen eine Prepaid-Karte deshalb nur fürs Einkaufen im Internet und laden jeweils den Betrag auf, den sie gerade brauchen.

Erst vergleichen, dann bestellen

Bei Prepaid-Karten unterscheiden sich die Kosten stark. Manche verlangen eine Jahresgebühr, andere Gebühren fürs Aufladen oder fürs Geldabheben. Rechne vor dem Antrag zusammen, was dich die Karte im Jahr kostet. Wenn du wenig Geld hast, zählt jeder Euro.

Eine Debitkarte zum kostenlosen Konto ist fast immer günstiger. Eine Prepaid-Karte lohnt sich vor allem, wenn du wegen eines Schufa-Eintrags kein normales Konto bekommst. Welche Karten es gibt und was sie kosten, zeige ich bei den Prepaid-Kreditkarten. Karten ganz ohne Bonitätsprüfung findest du unter Kreditkarte ohne Schufa.

Kreditkarte und Bürgergeld: Was das Jobcenter wissen muss

Du darfst als Empfänger von Bürgergeld eine Kreditkarte, Debitkarte oder Prepaid-Karte haben. Kein Gesetz verbietet das. Im Antrag fragt das Jobcenter aber nach allen Konten. Dazu gehören auch das Kreditkartenkonto und das Guthaben auf einer Prepaid-Karte.

  • Kontoauszüge: Das Jobcenter darf die Auszüge der letzten drei Monate sehen. Das gilt auch für die Abrechnung der Kreditkarte.
  • Guthaben: Geld auf der Prepaid-Karte zählt wie Geld auf dem Konto zu deinem Vermögen. Bis zu einem Freibetrag, der von deinem Alter abhängt, bleibt es unangetastet.
  • Nicht angegeben: Wer ein Konto verschweigt, muss mit einer Rückforderung rechnen. Im schlimmsten Fall droht ein Verfahren wegen Betrugs. Gib deshalb jede Karte an, die ein eigenes Konto oder Guthaben hat.

Eine Debitkarte zum Girokonto macht hier am wenigsten Arbeit. Es gibt nur ein Konto und nur einen Kontoauszug.

Partnerkarte: die echte Kreditkarte über deinen Partner

Brauchst du eine echte Kreditkarte, etwa für die Kaution beim Mietwagen, ist die Partnerkarte der einfachste Weg. Die Bank prüft dabei die Person mit der Hauptkarte. Dein eigenes Einkommen spielt keine Rolle. Bei der easybank Visa gibt es bis zu drei Partnerkarten ohne Gebühr. Bestellen kann sie nur, wer schon Kunde ist.

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Bedenke: Wer die Hauptkarte hat, sieht jede Zahlung und haftet für alles, was du mit der Karte bezahlst. Wie Partnerkarte und eigenes Konto im Alltag funktionieren, beschreibe ich ausführlich bei der Kreditkarte für Hausfrauen.

Mit Minijob oder neuem Job: eine echte Kreditkarte

Verdienst du etwas dazu oder hast du eine neue Stelle, sieht die Lage anders aus. Auch ein Minijob ist ein regelmäßiges Einkommen. Ob die Bank zusagt, hängt von deiner Schufa und der Höhe des Einkommens ab. Ich empfehle dann die GenialCard der Hanseatic Bank. Sie kostet keine Jahresgebühr, und du kannst sie mit jedem Girokonto nutzen.

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Stell bei der GenialCard die Rückzahlung in der App auf 100 % per Lastschrift. Voreingestellt zahlst du nur einen Teil zurück, und auf den Rest fallen hohe Zinsen an. Alle Details stehen bei der Hanseatic Bank GenialCard.

Job verloren: Was passiert mit meiner Kreditkarte?

Hast du schon eine Kreditkarte, läuft sie nach dem Jobverlust erst einmal weiter. Die Bank erfährt davon nicht automatisch, denn dein Arbeitgeber steht nicht in der Schufa. Sie darf den Vertrag aber kündigen oder den Kreditrahmen senken, wenn sich deine Lage verschlechtert.

Wichtiger ist etwas anderes: Zahl die Abrechnung jeden Monat komplett zurück. Teilzahlung kostet hohe Zinsen, oft um die 20 % im Jahr. Mit wenig Geld wird daraus schnell eine Schuldenfalle. Fällt dir die volle Rückzahlung schwer, kündige die Karte lieber und nutze eine Debitkarte.

Fazit: Welche Kreditkarte für Arbeitslose?

Als Arbeitsloser würde ich die Trade Republic Karte nehmen. Trade Republic fragt nicht bei der Schufa an, die Karte kostet nichts, und du zahlst damit fast überall wie mit einer Kreditkarte. Die Alternative ist das C24 Girokonto mit Mastercard Debit.

Eine Prepaid-Karte mit Gebühren brauchst du nur, wenn beides nicht klappt. Gib jede Karte beim Jobcenter an. Sobald du wieder ein Einkommen hast, kommt auch eine echte Kreditkarte infrage. Alle Karten vergleiche ich im Kreditkarten-Vergleich.

Häufig gestellte Fragen

Darf man als Bürgergeld-Empfänger eine Kreditkarte haben?

Ja. Eine Kreditkarte, Debitkarte oder Prepaid-Karte ist erlaubt. Du musst das Konto und ein Guthaben auf der Karte aber im Antrag beim Jobcenter angeben.

Gibt es eine Kreditkarte für Arbeitslose mit Kreditrahmen?

Selten. Mit Arbeitslosengeld I genehmigen manche Banken einen kleinen Kreditrahmen. Beim Bürgergeld lehnen fast alle ab. Der sichere Weg zu einer echten Kreditkarte ist dann die Partnerkarte.

Gibt es eine kostenlose Kreditkarte für Arbeitslose?

Ja, als Debitkarte. Die Trade Republic Karte und die Mastercard Debit zum C24 Girokonto kosten keine Jahresgebühr. Prepaid-Kreditkarten sind dagegen oft kostenpflichtig.

Gibt es eine Kreditkarte für Arbeitslose ohne Schufa?

Ja. Die Trade Republic Karte und viele Prepaid-Karten gibt es ohne Schufa-Abfrage. Weitere Angebote findest du unter Kreditkarte ohne Schufa.

Was passiert, wenn ich die Kreditkarte beim Jobcenter nicht angebe?

Fällt ein verschwiegenes Konto auf, kann das Jobcenter Leistungen zurückfordern. Im schlimmsten Fall droht ein Verfahren wegen Betrugs. Gib die Karte deshalb lieber nachträglich an, als zu hoffen, dass es niemand merkt.

Kann ich mit einer Debitkarte einen Mietwagen mieten?

Manchmal. Viele Autovermieter verlangen für die Kaution eine echte Kreditkarte. Prüf vor der Buchung die Bedingungen des Vermieters. Sicherer bist du mit einer Partnerkarte.

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