Raisin StartZins führt im Mai 2026 mit 3,50% p.a. für drei Monate den Vergleich an. Suresse Direkt Bank und Volkswagen Bank folgen dicht dahinter mit 3,40% bzw. 2,75% – ebenfalls mit zeitlich begrenztem Aktionszins. Wer keinen Anbieter wechseln möchte, fährt mit BBVA (3,00% für 6 Monate) oder Scalable Capital (2,50% dauerhaft) gut.
Die fünf Tagesgeldkonten im Detail
Scalable Capital Tagesgeld – 2,50% dauerhaft, ohne Laufzeitbegrenzung
Scalable Capital bietet seit März 2026 ein eigenständiges Tagesgeldkonto mit 2,50% p.a. – gültig für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen, ohne zeitliche Befristung und ohne Obergrenze für die Anlagesumme. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben.
Voraussetzung ist ein Depot bei Scalable Capital. Das kostenlose FREE-Modell reicht dafür aus. Wer ausschließlich Tagesgeld anlegen und kein Depot führen möchte, stößt hier auf eine Hürde, die bei klassischen Direktbanken nicht existiert.
Beim Einlagenschutz gibt es einen Unterschied je nach Depot-Modell: Im FREE-Modell wird das Guthaben auf Partnerbanken und Geldmarktfonds verteilt – ein Teil unterliegt nicht der gesetzlichen Einlagensicherung, sondern dem OGAW-Schutzstandard. PRIME+-Kunden (4,99 Euro pro Monat) erhalten eine Einlagensicherung von bis zu 500.000 Euro durch Verteilung auf bis zu fünf Banken. Für das FREE-Modell gilt die gesetzliche Sicherung von 100.000 Euro pro Bank.
Für wen geeignet: Bestandskunden bei Scalable Capital, die freie Liquidität zwischen Trades parken wollen. Der Echtzeit-Transfer zwischen Tagesgeld- und Depotkonto ist ein praktischer Vorteil. Reine Sparer ohne Depot-Bedarf finden bei anderen Anbietern die schlankere Lösung.
Suresse Direkt Bank Tagesgeld – 3,40% für 4 Monate, attraktiver Anschlusszins
Suresse Direkt Bank bietet Neukunden 3,40% p.a. für vier Monate, garantiert auf Einlagen bis 250.000 Euro. Als Neukunde gilt, wer in den letzten 24 Monaten kein Konto bei der Suresse Direkt Bank hatte. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben, das Konto ist gebührenfrei und ohne Kündigungsfrist.
Nach Ablauf des Aktionszinses gilt ein variabler Bestandskundenzins von 1,90% p.a. auf Einlagen bis 999.999 Euro. Das ist im Marktvergleich ein überdurchschnittlich hoher Anschlusszins und macht das Angebot auch nach der Aktionsphase interessant. Kein Depot oder Girokonto bei Suresse erforderlich – einzige Voraussetzung ist ein deutsches Referenzkonto bei einer bestehenden Hausbank.
Beim Einlagenschutz gilt die spanische gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person. Suresse ist eine Niederlassung der Santander Consumer Finance S.A. mit Sitz in Belgien. Da die Bank ihren Sitz in Belgien hat, führt sie keine Abgeltungssteuer automatisch ans Finanzamt ab. Zinserträge müssen Anleger selbst in der Steuererklärung angeben. Freistellungsaufträge sind bei Suresse nicht möglich.
Für wen geeignet: Sparer, die vier Monate lang einen der höchsten Aktionszinsen im Vergleich nutzen wollen – mit überdurchschnittlichem Anschlusszins danach. Wer keinen Aufwand mit der manuellen Steuerverrechnung scheut und kein Depot benötigt, findet hier ein schlankes und attraktives Angebot.
BBVA Tagesgeld – 3,00% für 6 Monate, direkt auf dem Girokonto
BBVA verzinst Guthaben bis 500.000 Euro auf dem kostenlosen Girokonto für sechs Monate mit 3,00% p.a. Die Zinsen werden monatlich dem Konto gutgeschrieben – ohne separates Sparkonto, ohne Mindestguthaben, ohne Bedingungen wie Gehaltseingang.
Nach Ablauf der Aktionsphase greift eine variable Anschlussverzinsung, die quartalsweise angepasst wird. Im zweiten Quartal 2026 gilt: 1,50% p.a. bei Guthaben bis 9.999 Euro, 2,00% p.a. ab 10.000 Euro, 2,50% p.a. bei monatlichem Gehaltseingang oder Kartenzahlungen über 1.500 Euro. Für fünf Jahre garantiert BBVA mindestens 25% des EZB-Einlagensatzes – das entspricht derzeit 0,50% p.a. als absolutem Mindestwert.
Die Einlagensicherung erfolgt über das spanische System (FGDR, gesetzlich bis 100.000 Euro pro Person). Das Girokonto ist dauerhaft kostenlos, inklusive gebührenfreier Debitkarte und kostenloser Bargeldabhebung an Mastercard-Automaten im Euro-Raum.
Für wen geeignet: Sparer, die sechs Monate lang von einem der höchsten Zinssätze am Markt profitieren wollen – ohne separate Kontoführung und ohne Bedingungen. Wer das Konto aktiv nutzt (Gehaltseingang oder Karteneinsatz), sichert sich auch nach der Aktionsphase attraktive Konditionen.
Volkswagen Bank Tagesgeld – 2,75% für 6 Monate mit doppelter Einlagensicherung
Das Plus Konto TopZins der Volkswagen Bank bietet Neukunden 2,75% p.a. für sechs Monate – garantiert, ohne Mindest- oder Maximalanlage, ab dem ersten Euro. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben.
Nach Ablauf des Aktionszinses gilt für Bestandskunden ein variabler Standardzins von 1,00% p.a. bei Online-Kontoführung. Wer kein Tagesgeldkonto bei Volkswagen Bank oder Audi Bank in den letzten 12 Monaten geführt hat, gilt als Neukunde.
Beim Einlagenschutz überzeugt die Volkswagen Bank durch eine doppelte Absicherung: gesetzliche deutsche Einlagensicherung bis 100.000 Euro sowie zusätzlich die freiwillige Einlagensicherung des Bundesverbandes Deutscher Banken. Einlagen bei Volkswagen Bank und Audi Bank werden zusammengerechnet – die gesetzliche Sicherungsgrenze gilt für beide gemeinsam. Zudem lässt sich ein Sparplan mit monatlichen Beträgen zwischen 50 und 2.500 Euro einrichten.
Für wen geeignet: Sicherheitsorientierte Sparer, die Wert auf deutsche Einlagensicherung plus freiwilligen Zusatzschutz legen. Wer regelmäßig sparen möchte, profitiert vom integrierten Sparplan.
Raisin StartZins Tagesgeld – 3,50% für 3 Monate auf bis zu 50.000 Euro
Raisin (ehemals WeltSparen) bietet mit dem StartZins-Tagesgeld den aktuell höchsten Aktionszins im Vergleich: 3,50% p.a. für drei Monate, garantiert für Neukunden. Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben, das Guthaben ist täglich verfügbar. Die Kontoeröffnung ist kostenlos.
Die Anlagesumme ist auf 50.000 Euro begrenzt. Nach Ablauf der drei Monate wird das Guthaben nicht automatisch zum Standardzins weitergeführt, sondern entweder auf das Raisin-Konto zurückgebucht oder auf ein vom Kunden gewähltes Folgeprodukt im Raisin-Kosmos übertragen. Raisin fungiert als Plattform und gibt den Anlagebetrag an Partnerbanken weiter.
Der Einlagenschutz beträgt 100.000 Euro pro Person und Partnerbank gemäß EU-Einlagensicherungsrichtlinie. Da Raisin mit zahlreichen Banken kooperiert, ist vor der Anlage zu prüfen, bei welcher Bank das Geld tatsächlich liegt.
Für wen geeignet: Zinsorientierte Sparer, die bereit sind, nach drei Monaten aktiv zu wechseln oder das Geld weiterzuleiten. Nicht geeignet für Beträge über 50.000 Euro oder für Sparer, die langfristige Planbarkeit ohne Produktwechsel bevorzugen.
Was macht ein gutes Tagesgeldkonto aus?
Beim Vergleich von Tagesgeldkonten sind nicht nur Zinsen entscheidend. Die wichtigsten Kriterien im Überblick:
- Zinshöhe und Laufzeit: Aktionszinsen gelten oft nur für 3–6 Monate. Nach Ablauf sollte der Anschlusszins bekannt sein.
- Neu- oder Bestandskunde: Viele Aktionszinsen gelten ausschließlich für Neukunden. Wer bereits ein Konto hat, erhält oft nur den deutlich niedrigeren Basiszins.
- Anlagesumme: Manche Angebote begrenzen den verzinsten Betrag. Raisin StartZins etwa gilt nur bis 50.000 Euro.
- Einlagensicherung: Gesetzlich bis 100.000 Euro pro Person und Bank. Bei ausländischen Banken greift die jeweilige nationale Sicherung des EU-Landes.
- Zinsgutschrift: Monatliche Gutschrift (Scalable, BBVA) maximiert den Zinseszinseffekt gegenüber vierteljährlicher Zahlung (Consorsbank).
- Bedingungen: Manche Angebote erfordern ein Depot, ein Girokonto oder regelmäßigen Karteneinsatz als Voraussetzung.
Einlagensicherung im Vergleich
Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Einlagen bis 100.000 Euro pro Person und Bank in allen EU-Ländern. Bei den fünf verglichenen Anbietern gilt:
- Volkswagen Bank: Deutsche gesetzliche Sicherung + freiwilliger Sicherungsfonds des BdB (ohne Rechtsanspruch). Einlagen bei VW Bank und Audi Bank werden zusammengezählt.
- BBVA: Spanische gesetzliche Sicherung (FGDR-Äquivalent), bis 100.000 Euro.
- Suresse Direkt Bank: Spanische gesetzliche Sicherung (Santander-Gruppe), bis 100.000 Euro. Keine automatische Abgeltungssteuerabführung – Zinserträge müssen selbst in der Steuererklärung angegeben werden.
- Scalable Capital (FREE): Gesetzliche Sicherung bis 100.000 Euro – ein Teil des Guthabens kann jedoch in Geldmarktfonds (OGAW) fließen, die nicht der Einlagensicherung unterliegen.
- Scalable Capital (PRIME+): Bis zu 500.000 Euro durch Verteilung auf bis zu 5 Banken. Kostet 4,99 Euro pro Monat.
- Raisin StartZins: 100.000 Euro pro Partnerbank gemäß EU-Richtlinie – es ist zu prüfen, welche Partnerbank die Einlage verwahrt.
Unabhängig vom Anbieter empfiehlt es sich, nicht mehr als 100.000 Euro auf einem einzelnen Konto zu parken, um vollständig durch die gesetzliche Einlagensicherung abgedeckt zu sein.
Für wen lohnt sich welches Angebot?
Höchsten Aktionszins maximieren
Wer kurzfristig den höchsten Zins will und bereit ist, nach drei Monaten zu wechseln: Raisin StartZins mit 3,50% auf bis zu 50.000 Euro. Für größere Beträge bietet Suresse Direkt Bank mit 3,40% auf bis zu 250.000 Euro und einem anschließenden Bestandskundenzins von 1,90% die attraktivere Kombination.
Sechs Monate Planungssicherheit
Wer 6 Monate Garantiezins ohne Wechselaufwand bevorzugt: BBVA (3,00%) oder Volkswagen Bank (2,75%). BBVA setzt dabei keinen Gehaltseingang voraus, bietet monatliche Zinsgutschrift und kombiniert Giro- und Sparkonto in einem.
Dauerhaft attraktiver Basiszins
Wer nicht regelmäßig wechseln möchte und ein Depot bei Scalable führt: Scalable Capital mit 2,50% ohne Laufzeitbegrenzung. Der Satz liegt aktuell 0,50 Prozentpunkte über dem EZB-Leitzins und gilt für Neu- und Bestandskunden gleichermaßen.
Kombiniert Sparen und Investieren
Wer neben dem Tagesgeld auch ein Wertpapierdepot eröffnen will: Scalable Capital eignet sich für bestehende Depot-Kunden, die freie Liquidität verzinsen wollen.
Fazit
Im Mai 2026 bietet Raisin StartZins mit 3,50% den höchsten Aktionszins im Vergleich, gefolgt von Suresse Direkt Bank (3,40% für 4 Monate, danach 1,90%) und BBVA (3,00%). Wer sechs Monate Laufzeit bevorzugt, ist mit BBVA oder Volkswagen Bank gut beraten. Depot-Kunden bei Scalable Capital profitieren dauerhaft von 2,50% ohne Laufzeitbegrenzung.
Aktionszinsen eignen sich für aktive Zinsjäger, die regelmäßig vergleichen. Wer wenig Aufwand möchte, fährt mit einem dauerhaft attraktiven Basiszins oder einem langen Garantiezeitraum besser.
Häufige Fragen
Wie sicher ist mein Geld auf einem Tagesgeldkonto?
Einlagen auf Tagesgeldkonten sind in der EU durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Person und Bank abgesichert. Für die deutschen Banken im Vergleich (Volkswagen Bank, Consorsbank als BNP-Tochter, Scalable Capital Bank) greift bei einem Bankenausfall die jeweilige gesetzliche Sicherung.
Lohnt sich Tagesgeld-Hopping?
Das regelmäßige Wechseln zwischen Anbietern für maximale Aktionszinsen lohnt sich rechnerisch – setzt aber Zeit und Bereitschaft zur Kontoeröffnung voraus. Wer drei Mal im Jahr zu einem neuen 3-Monats-Aktionszins wechselt, erzielt auf das Jahr gerechnet deutlich mehr als mit einem dauerhaften Basiszins von 1–2%. Für größere Beträge kann sich der Aufwand schnell amortisieren.
Gibt es Tagesgeldkonten ohne Depot?
Ja. BBVA, Volkswagen Bank, Suresse Direkt Bank und Raisin bieten Tagesgeldkonten ohne Depot-Pflicht. Scalable Capital hingegen setzt ein Depot voraus – das kostenlose FREE-Modell genügt.
Muss ich auf Zinserträge Steuern zahlen?
Ja. Zinserträge unterliegen der Abgeltungssteuer von 25% zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr (2.000 Euro für Verheiratete) bleiben Erträge steuerfrei. Ein Freistellungsauftrag bei der Bank verhindert den automatischen Steuerabzug bis zu dieser Grenze.




